Auch wenn es viele Außenstehende vielleicht nicht wissen, an der Freien Universität läuft seit Jahren einiges schief. Von dem vermeintlichen Elitenstatus (Sofern man die derzeitige Hochschulpolitik denn überhaupt akzeptieren sollte!) ist für die Studierenden noch nichts zu spüren. Vielmehr pflasterte das Präsidium seine Teilnahme am Elitewettbewerb mit einer Politik der verschärften Auslese und Sanktion der Studierenden und einer Reduzierung der inhaltlichen Breite des Forschungs- und Lehrbetriebs. Studierende klagen über unsinnig zusammengestellte und arbeitsmäßig überladene Bachelorstudiengänge, die für die Betroffenen zur Zerreißprobe werden, eine Verknappung und Kanalisierung des Lehr- und Literaturangebots sowie hohe und unzweckmäßige Zugangshürden zum Studium in Form von NCs. Nicht zu vergessen bleibt ein von SAP entwickeltes Studienleistungsverwaltungsprogramm, das praktisch die Betroffenen durch Maluspunkte und verbindliche Kursanmeldungen kontrollieren und sanktionieren sollte. Es funktioniert bis heute nicht einwandfrei.
Eine Gruppe Studierender versucht das übliche Protestgeschäft ein bißchen satirisch zu beleben und gründete den “Dieter Lenzen Fanclub”. Seine Kampagnen richten sich direkt gegen den Universitätspräsidenten und seine hochschulinterne Politik und ziehen zuweilen sehr viel Aufmerksamkeit auf sich. So plakatierte besagter “Dieter Lenzen Fanclub” zum Anlass einer geplanten Bibliothekszusammenlegung und Literaturaussonderung im Corporate Design der FU campusweit “Mut zur Lücke. Effektiveres Studium durch weniger Literatur.”
So erheiternd aber die Vorschläge des Dieter Lenzen Fanclubs a la “Wir wollen, dass die FU an die Börse geht und dabei ihre Gemeinnützigkeit wahrt” auch sein mögen, das kann nicht alles an Alternativen sein, was die Studierenden der deutschen Universitäten dem Elitenzwang oder den Sparplänen in Hochschulwesen entgegen zu setzen haben. Schaut man sich das Blog des Dieter Lenzen Fanclubs an, möchte man einigen Kommilitonen raten, dass Übermut selten gut tut. Satire ist wichtig, unterhaltsam und rüttelt auf. Sinnvolle Alternativen und sachliche Statements aber auch.
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